Oh Gott, WARUM?

Immer wenn etwas schlimmes passiert, stellen wir doch diese Frage. In den letzten Tagen habe ich mich auch sehr mit dieser Frage beschäftigt. Oh Gott, WARUM?

Am 03.04.2006 ist mein Bruder auf tragische Weise ums Leben gekommen! WARUM? Auf diese Frage gibt es glaub ich keine Antwort.

Er hat sich schon mit 8 für ein Leben mit Jesus entschieden. Er hat sich schon mit 11 auf seinen Glauben hin taufen lassen. Er hat schon seid seinem ersten Gehalt den 10ten gegeben. Er war in der Klasse der Beste. Er hatte eine tolle Ausbildungsstelle mit sehr gutem Chef. Er war beliebt. Zuhause gab es keine Schwierigkeiten. Er hatte ein tolles Elternhaus. Er hatte sich so gefreut in genau 2 Monaten 18 zu werden und endlich sein Auto fahren zu können…

WARUM? Keiner kann sich das erklären!

Ich glaube die richtige Reaktion ist die des Psalmisten der offensichtlich Schwierigkeiten kannte. In Psalm 46 schreibt er:

2 Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.
3 Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken,
4 wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge einfielen.

Er ist aber offensichtlich nicht Gott mit diesem anklagenden “WARUM?” begegnet. In Vers 11 schreibt er nämlich über Gott:

Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!

Hiob, der von Gott ernannte “Glaubensweltmeister” hat 10 Kinder, sein Hab und Gut und seine Gesundheit verloren. 35 Kapitel fragt er und seine Freunde warum Gott das zugelassen hat. Gott hat sich das ziemlich lange angehört und dann mit einigen Gegenfragen geantwortet (Hiob 37):

1 Und der HERR antwortete Hiob aus dem Wettersturm und sprach:
2 Wer ist’s, der den Ratschluss verdunkelt mit Worten ohne Verstand?
3 Gürte deine Lenden wie ein Mann! Ich will dich fragen, lehre mich!
4 Wo warst du, als ich die Erde gründete? Sage mir’s, wenn du so klug bist!
5 Weißt du, wer ihr das Maß gesetzt hat oder wer über sie die Richtschnur gezogen hat?
6 Worauf sind ihre Pfeiler eingesenkt, oder wer hat ihren Eckstein gelegt,
7 als mich die Morgensterne miteinander lobten und jauchzten alle Gottessöhne?
8 Wer hat das Meer mit Toren verschlossen, als es herausbrach wie aus dem Mutterschoß,
9 als ich’s mit Wolken kleidete und in Dunkel einwickelte wie in Windeln,
10 als ich ihm seine Grenze bestimmte mit meinem Damm und setzte ihm Riegel und Tore
11 und sprach: “»Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter; hier sollen sich legen deine stolzen Wellen!”«?
12 Hast du zu deiner Zeit dem Morgen geboten und der Morgenröte ihren Ort gezeigt,
13 damit sie die Ecken der Erde fasste und die Gottlosen herausgeschüttelt würden?
14 Sie wandelt sich wie Ton unter dem Siegel und färbt sich bunt wie ein Kleid.
15 Und den Gottlosen wird ihr Licht genommen und der erhobene Arm zerbrochen werden.
16 Bist du zu den Quellen des Meeres gekommen und auf dem Grund der Tiefe gewandelt?
17 Haben sich dir des Todes Tore je aufgetan, oder hast du gesehen die Tore der Finsternis?
18 Hast du erkannt, wie breit die Erde ist? Sage an, weißt du das alles?
19 Welches ist der Weg dahin, wo das Licht wohnt, und welches ist die Stätte der Finsternis,
20 dass du sie zu ihrem Gebiet bringen könntest und kennen die Pfade zu ihrem Hause?
21 Du weißt es ja, denn zu der Zeit wurdest du geboren, und deine Tage sind sehr viel!
22 Bist du gewesen, wo der Schnee herkommt, oder hast du gesehen, wo der Hagel herkommt,
23 die ich verwahrt habe für die Zeit der Trübsal und für den Tag des Streites und Krieges?
24 Welches ist der Weg dahin, wo das Licht sich teilt und der Ostwind hinfährt über die Erde?
25…

Gott hält es nicht für nötig Hiob zu antworten. Und wie reagiert Hiob darauf (Hiob 40)?

2 Wer mit dem Allmächtigen rechtet, kann der ihm etwas vorschreiben? Wer Gott zurechtweist, der antworte!
3 Hiob aber antwortete dem HERRN und sprach:
4 Siehe, ich bin zu gering, was soll ich antworten? Ich will meine Hand auf meinen Mund legen.
5 Einmal hab ich geredet und will nicht mehr antworten, ein zweites Mal geredet und will’s nicht wieder tun.

Gott ist uns keine Antwort schuldig. Wir sind aber schuldig seine Größe und Allmacht anzuerkennen. Lasst Gott Gott sein!

… und eines Tages werden wir keine Fragen mehr stellen!

2 Kommentare bis jetzt

  1. Christian 11-04-2006 2:55 pm

    Können ungefähr ahnen wie sich das anfühlt für dich … haben auch diverse “Warum- Erfahrungen” gehabt … (Stille) …

  2. Micha 12-04-2006 1:43 pm

    gut zu wissen das Gott in kontrolle ist, und nicht ein Mensch. Ich bin so froh das er genau weiss was er macht. ein Mensch waere viel zu blind und einseitig sein. Gott weiss wo der hase laeuft…

    mein herzliches beileid mit dir daniel nochmals,
    es tut einem richtig weh das zu hoeren…

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